St. Martin auf Kirchbühl
Ein Kulturgut von nationaler Bedeutung erwacht zu neuem Leben
Lernen Sie die Kirche St. Martin auf Kirchbühl kennen
Erkunden Sie die Kirche im 3D-Modell und reisen Sie zurück in die Vergangenheit.
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800
Die erste Kirche auf Kirchbühl wurde vermutlich um das Jahr 800 errichtet. Obwohl der Grundriss dieser ersten Kirche heute nicht mehr sichtbar ist, lässt er sich anhand der gefundenen Gräber nachvollziehen. Es wird angenommen, dass die Kirche auf Kirchbühl seit ihrer Gründung dem Heiligen Martin geweiht war. Martin, der von 316 bis 397 lebte und später Bischof von Tours wurde, war ein bedeutender Heiliger. Da solche Patrozinien nach 850 kaum mehr begründet wurden, unterstützt dies die Datierung der ersten Kirche auf die Zeit um 800.
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1050
Mitte des 11. Jahrhunderts wurde sehr wahrscheinlich auf dem Fundament der ersten Kirche eine zweite errichtet. Von diesem Bau sind die Nord- und Südfassade heute noch gut zu erkennen (rechts, blau). Der Westabschluss wurde bei Ausgrabungen gefunden und entspricht der aussen sichtbaren Mauer. Obwohl ein klarer Hinweis auf den Ostabschluss fehlt, geht man von einer rechteckigen Struktur mit den Massen 12,5 Meter mal 8 Meter aus.
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1150
Die Kirche auf Kirchbühl war schon früh ein wichtiger Bezugspunkt für die Menschen am oberen Sempachersee. Die einfache rechteckige Kirche aus dem 11. Jahrhundert wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und verändert. Um 1150 wurde auch ein Turm errichtet – es war einer ersten Kirchtürme in der weiteren Region. Dieser erste Turm ist noch heute bis zu einer Höhe von 6,5 Metern gut zu erkennen (rechts, hellblau). Er hatte damals mit dem Glockengeschoss vermutlich eine Gesamthöhe von 7 bis 8 Meter.
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1310
Um 1260 wurde der Kirchturm auf knapp 12 Meter erhöht. Auch das Kirchenschiff wuchs 1311 auf 21 Meter Länge und um 1,3 Meter in die Höhe. Auf die Zeit um 1310 werden die Wandmalereien in der Kirche datiert. Aus dieser Zeit stammen auch zwei wichtige Ausstattungsstücke: Ein Kruzifix, das heute im Rathausmuseum von Sempach steht, und eine thronende Madonna mit Kind, die sich im Depot des Schweizerischen Landesmuseums befindet.
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1490
Endes des 15. Jahrhunderts wurde der Turm auf 18 Meter erhöht und der rechteckige, romanische Chor durch einen gotischen Chor ersetzt (rechts, hellblau). Doch weshalb erhielt St. Martin 1490 einen neuen Chor? Beim grossen Brand der Stadt Sempach von 1477 wurde auch die Leutpriesterei beschädigt. Deshalb entschied das Stift St. Leodegar in Luzern, den Leutpriester bei der Pfarrkirche auf Kirchbühl unterzubringen und nicht mehr in der Stadt Sempach. Die Präsenz des Leutpriesters auf Kirchbühl führte dazu, dass Kirchbühl erneuert wurde. Der Turm wurde erhöht, der Chor angebaut und das Fenster auf der Südseite angebracht.
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Heute
Nach dieser letzten Bauphase wurden nur noch die Wand- und Deckenmalereien im Chor (1583) angebracht und das Beinhaus gebaut (1575). Obschon Sempach nach seiner Gründung 1235 eine Filialkirche erhielt, blieb St. Martin auf Kirchbühl die Pfarrkirche von Sempach. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie aber immer weniger gebraucht, es wurden nur noch Unterhaltsarbeiten durchgeführt. Dadurch ging die Barockisierungswelle während der Gegenreformation an Kirchbühl vorbei. 1832 fand die letzte Bestattung auf Kirchbühl statt – seit dann ist die neugebaute Kirche St. Stefan die Pfarrkirche von Sempach.
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