Stiftung sichert das historische Beinhaus auf Kirchbühl

Seit Herbst 2025 laufen die Restaurierungsarbeiten am historischen Beinhaus auf Kirchbühl. Der Dagmerseller Restaurator Beat Waldispühl führt die substanzerhaltenden Massnahmen durch. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis im Frühling 2026.
Restaurator und Restauratorin bei der Arbeit: Beat Waldispühl und Luzia Amrein im Beinhaus auf Kirchbühl

Das Beinhaus wurde 1575 erbaut und diente jahrhundertelang als Aufbewahrungsort für Gebeine, die bei der Neubesetzung alter Gräber anfielen. Bis 1832 bestatteten die Sempacherinnen und Sempacher ihre Toten ausschliesslich auf dem Kirchbühler Friedhof.

Das Beinhaus erinnert mit seinen sieben menschlichen Schädeln und gekreuzten Oberschenkelknochen an den Wänden sowie den «Lerne sterben»-Sprüchen an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens.

 

Warum wird das Beinhaus restauriert?

Das Beinhaus ist in einem schlechten Zustand. Die Wände sind mit Staub, Schimmel und Bakterien belastet. Der Verputz hat sich an mehreren Orten von den Wänden gelöst. Besonders die Sockelzonen aller Wände sind unterschiedlich hoch mit Feuchtigkeit und bauschädlichen Salzen belastet. Diese Belastung wird durch einen dichten, zementhaltigen Verputz verstärkt, der bei der letzten Restaurierung 1956/57 im Sockelbereich aufgetragen wurde.

 

Was wird gemacht?

Der Restaurator Beat Waldispühl und sein Team (im Bild: Beat Waldispühl und Restauratorin Luzia Amrein) führen folgende Massnahmen durch:

– Reinigung der Wandflächen von Staub, Schimmel und Bakterien

– Ersatz des salzbelasteten Sockelputzes durch Kalkverputz

– Sicherung des historischen Kalkputzes und der losen Malschichten

– Konservierung und Auffrischung von Holzarbeiten (Holzgitter, Altarbild, Predella)

– Neuanstrich auf Fensterläden, Fenstergittern und Türe

Die Wandmalereifragmente bleiben vorerst ausgespart. Der Umgang mit ihnen wird mit den Restaurierungsarbeiten in der Kirche St. Martin abgestimmt.

 

Wie geht es weiter?

Die Stiftung Pro Kirchbühl möchte im Beinhaus künftig zwei dokumentarische Kurzfilme zur Geschichte von St. Martin zeigen. Ein Film fokussiert auf die Baugeschichte der Kirche, der andere auf die Geschichte der Wandmalereien.

Sobald die Restaurierung des Beinhauses abgeschlossen ist, beginnen die Vorbereitungen für die benötigten AV-Installationen für die Filme.

Die Stiftung legt dabei höchsten Wert darauf, dass die charakteristische Atmosphäre und der historische Charakter des Beinhauses gewahrt bleiben. Alle Massnahmen werden so ausgeführt, dass sie leicht rückgängig gemacht werden können.

Das könnte Sie auch noch interessieren

31. Juli 2025

Ein Blick unter die Erde von Kirchbühl – dank Geoprospektion

Wie sah Kirchbühl vor Jahrhunderten aus? Welche Spuren der frühen Besiedlung sind im Boden erhalten? Diesen Fragen ging die Kantonsarchäologie…
14. März 2025

Wie ein digitaler Zwilling die Geschichte der Kirche offenbart

Der Neuenkircher Doktorand Mathias Häcki hat die historische Kirche auf Kirchbühl im Sommer 2024 mit modernster Technik vermessen und als…
16. Oktober 2024

Entdecken Sie die Kirche St. Martin und den Weiler Kirchbühl!

Die neue Website ist da! Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über die Kirche St. Martin und den Weiler Kirchbühl….