Bein­haus

Das heu­ti­ge Bein­haus wur­de 1575 gebaut. Es steht unschein­bar rechts neben dem Ein­gang zum Kir­chen­be­reich. Da man beim Ein­tre­ten in die­sem Bereich von der Süd­an­sicht der mit­tel­al­ter­li­chen Kir­che fas­zi­niert ist, bemerkt man das Bein­haus zuerst gar nicht.

Das Bein­haus ist ein spät­go­ti­scher Bau, an dem die Holz­git­ter der Fen­ster auf­fal­len. Im Innen­raum fas­zi­nie­ren die Toten­schä­del mit den Gebei­nen an den Wän­den. Die Wand­ma­le­rei­en aus der Bau­zeit sind sehr blass gewor­den.

Erkenn­bar sind noch heu­te …

  • an der öst­li­chen Wand: Chri­stus im Gar­ten Geth­se­ma­ne. Das Bild soll­te als Mahn- und Trost­bild die­nen. Chri­stus, der trotz Todes­angst im Gebet Kraft fin­det.
  • an der west­li­chen Wand: die Mut­ter­got­tes mit einer wei­te­ren weib­li­chen Hei­li­gen mit Buch.
 

In die Toten­leuch­te auf der Ost­sei­te ist das Jahr 1727 ein­ge­meis­selt. Abends wur­de in die­ses Gehäu­se eine Öllam­pe gestellt. Als Arme­see­len­licht soll­te es böse Gei­ster fern­hal­ten und gedach­te es der Toten.

Gab es denn vor 1575 kein Bein­haus?

Erst im spä­ten Mit­tel­al­ter wur­den Bein­häu­ser aktu­ell. Ein sol­ches könn­te sich auf Kirch­bühl ab dem 14. Jahr­hun­dert im Bereich des heu­ti­gen Süd­ein­gangs der Kir­che befun­den haben. Es war an den Turm ange­baut und hat­te etwa den­sel­ben Grund­riss wie der Turm. Bei Aus­gra­bun­gen stiess man auf die Fun­da­men­te die­ses Anbaus.